Im Wind der Weltreise – über Auckland nach L.A.
Der Abschied von Sydney fiel uns nicht leicht – zu sehr hatten wir die Energie dieser Stadt aufgesogen, das Licht, das Meer, die Kultur.
Nach einem kurzen Zwischenstopp im Transitbereich von Auckland – zu wenig Zeit für neue Entdeckungen, aber genug für ein Lächeln der Erinnerung – ging es weiter, mitten hinein in die Weite des Pazifiks.
Der Flug war ruppig, der Schlaf unruhig, die Strecke lang – und doch: Wir landen sicher in Los Angeles.
Los Angeles – Ein bittersüßes Wiedersehen
Zum wiederholten Mal betreten wir kalifornischen Boden – und dennoch fühlt es sich dieses Mal anders an.
Los Angeles, das sonst mit seinem strahlenden Leben und breiten Stränden lockt, trägt nun einen Schatten auf der Seele.
Vor wenigen Wochen tobten hier die schlimmsten Waldbrände in der Geschichte des Los Angeles County – Narben in einer Landschaft, die wir in schöner Erinnerung behalten wollten.

Mit jedem Schritt, mit dem wir uns dem Ausgang des LAX nähern, wächst die Ungewissheit: Wird die Stadt noch glänzen? Oder zeigt sie uns ihre Wunden?
Doch all das verblasst für einen Moment – Lena winkt uns bereits aus der Ankunftshalle entgegen. Unsere California-Connection ist da!
Ich bin ein großer Fan von Begrüßungen – sie sind wie Sonnenaufgänge: voll Versprechen, voller Wärme und voller Neuanfang.
Jeder dieser Augenblicke ist ein kleines Geschenk, das ich am liebsten für immer festhalten möchte.

On the Road – amerikanische Verkehrslektionen
Gemeinsam fahren wir zu ALAMO – die Leihwagen-Prozedur läuft erfreulich unkompliziert.
Bevor wir jedoch in den Großstadtverkehr eintauchen, lohnt sich ein kurzer Blick auf die Eigenheiten des amerikanischen Straßenalltags:
- Überholen links UND rechts? Willkommen in den USA! Es sei denn, ein Schild sagt: „Keep right, except to pass.“
- Rechts abbiegen bei Rot ist fast immer erlaubt – solange kein „No right turn on red“-Schild widerspricht.
- Ampeln hängen gern mal gegenüber – was anfangs für leichte Verwirrung sorgt.
- 4-Way-Stops sind Klassiker: Wer zuerst stoppt, darf zuerst fahren. Und ja, das funktioniert – mit Blickkontakt und Geduld.
- Car Pool Lanes? Ja, bitte! Wer nicht allein unterwegs ist, darf auf diesen exklusiven Spuren zügiger vorankommen.
- Und dann sind da die Stoppschilder! An vielen Kreuzungen begegnen wir den gefürchteten 4 Way- bzw. All Way-Stoppschildern.

Ankommen in Studio City
Lena und ich fahren voraus, Reinhold hinterher. Nach einem langen Flug ist es für Reinhold ein Segen, sich einfach aufs Fahren konzentrieren zu können – ohne Navi, ohne Großstadtdrama.
Unser Airbnb bei Andrew kennen wir bereits. Es ist schön, an einem fernen Ort ein kleines Stück Vertrautheit wiederzufinden.
Ein paar Tage in Studio City – ruhig, entspannt, vertraut.

Wer braucht schon rote Teppiche, wenn Kreide reicht? Andrew weiß, wie man uns ein Lächeln ins Gesicht zaubert.
Malibu? Dieses Mal nicht …
Früher zog es uns immer den Pacific Coast Highway entlang – Richtung Malibu, mit dem Wind im Haar und dieser unvergleichlichen Westküstenstimmung.

Santa Monica in der Ferne – goldenes Licht auf vertrautem Sand, doch das Ende des Weges bleibt dieses Mal verborgen.
Doch diesmal endet die Fahrt kurz hinter Santa Monica: Polizeisperren und Schilder mahnen zum Umkehren. Der Regen der letzten Tage, gefallen auf die verbrannten Hänge, hat die Gefahr von Erdrutschen erhöht.
Die Natur erinnert uns daran, wer das letzte Wort hat.
Ein Artikel des „Public Policy Institute of California“ bringt es auf den Punkt:
„Das Leben der Menschen – ihre Häuser, Erinnerungen, Nachbarschaften, Gesundheit und ihr Wohlbefinden – ist davon abhängig, dass wir uns ernsthaft auf den Klimawandel vorbereiten.“
Ankommen. Durchatmen. Familie.
Von Neuseeland kommend, bleiben uns die schlimmsten Jetlag-Symptome erspart – aber spurlos geht das Reisen nicht an uns vorbei.
Wir nehmen Tempo raus, genießen die Zeit mit Lena. Ein paar ruhige Tage, bevor das nächste Kapitel beginnt.
Denn: In ein paar Wochen kehren wir zurück nach L.A. – für den Abschluss dieser großen Reise.

Die Sehnsucht beginnt dort, wo die Wellen auf den Sand treffen. Malibu – wir kommen wieder.
Eine kleine Bilanz – noch vor der Rückkehr: Wenn wir unsere bisherigen Etappen zusammenrechnen – von Hamburg über Zürich, Singapur, Kambodscha, Australien, Neuseeland bis nach L.A. (und zurück) – dann waren wir bereits über 50 Stunden in der Luft und haben rund 43.744 Kilometer zurückgelegt. Zum Vergleich: Der Erdumfang beträgt 40.075 Kilometer.
Fast einmal um die Welt – und doch fühlt es sich noch nicht nach Abschied an.
Hinweis: Unser Aufenthalt in den USA – inklusive Roadtrip und weiteren Etappen – war der nahtlose Anschluss an unsere Weltreise. Da wir jedoch regelmäßig und oft in den USA unterwegs sind und viele Orte schon mehrfach besucht haben, findest du diese Erlebnisse gesammelt im Menüpunkt „USA“.
Nicht genug von Los Angeles? ➡️ Los Angeles, Stadt der Engel
Oder komm mit uns ins ➡️ Coachella Valley
Eine Antwort auf „Los Angeles. Im Wind der Weltreise“
[…] Los Angeles – Ankunft […]