Let’s get loud – für Heidrun, Jürgen und das Leben dazwischen
Es gibt Einladungen, bei denen man schon beim Klingeln lächelt. So ist das bei Heidrun und Jürgen. Und genauso gern laden wir sie zu uns ein – weil es mit ihnen nie einfach nur „nett“ ist. Es ist besonders. Herzlich. Und ja, manchmal auch ein bisschen laut.
Nicht im Sinne von Jennifer Lopez, aber fast.
Denn wenn wir zu viert am liebevoll gedeckten Kaffeetisch sitzen, geht es munter zur Sache. Jürgen erzählt von Skandinavien – mit fundiertem Expertenwissen – und Reinhold hört gespannt zu, denn unsere nächste Reise führt uns nach Norwegen. Heidrun und ich verlieren uns wie immer in Buchtipps, und zwischendurch schweifen wir ab in Gespräche über alles und nichts. Ein Nachmittag wie ein gutes Mixtape: persönlich, bunt, ein bisschen chaotisch – und garantiert nicht leise.

Liegt das nur am Gesprächsstoff? Vielleicht. Oder daran, dass mit den Jahren nicht nur die Weisheit, sondern auch die Lautstärke wächst. Wenn das Gehör gelegentlich auf Durchzug schaltet, hilft eben nur: eine Stufe lauter. Aber keine Sorge – die Vögel im Garten zwitschern trotzdem weiter.
Und natürlich gibt’s Kuchen. Nicht einen. Nicht zwei. Nein, drei. Für vier Personen. Heidrun zuckt mit den Schultern: „Man braucht doch ein bisschen Auswahl.“ Sag ich doch: Herz und Haltung – am Herd vereint.

Wie wir uns kennengelernt haben? Das war langsam und unaufgeregt. Erst ein Plausch über den Gartenzaun, dann plötzlich mittendrin im Gespräch über das Leben. Keine Spur vom typischen Dorfgeklüngel. Stattdessen: zwei kluge Köpfe mit Humor, Offenheit und einer wunderbaren Art, Menschen willkommen zu heißen.
Unvergessen bleibt der Moment, als Jürgen im Schottenrock mit Dudelsack zum Geburtstagsständchen antrat. Gänsehaut. Oder der spontane Trip nach Leipzig – 500 Kilometer für Kunst, Kaffee und Hackbällchen. Morgens um sechs ging’s los. Heidrun? Natürlich vorbereitet. Mit Picknickkorb. Als wollten wir Europa durchqueren.

Dann kam der Umzug. Der Kontakt wurde leiser. Manchmal war er ganz weg. Aber wie das Leben so spielt – Wege kreuzen sich wieder.
Heute sitzen wir wieder hier. Im Garten. Die Sonne scheint. Der Kaffee dampft. Und der Kuchen ist… ja, drei Sorten, natürlich.
Manche Dinge ändern sich nie – zum Glück.
Und wir wünschen uns ganz still (oder doch lieber laut?):
Noch viele solcher Nachmittage.
Denn – und das ist keine neue Erkenntnis, aber eine gute Erinnerung:
„Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind“
– Francis Bacon
Gruß aus Heidruns Garten:
Zwischen Schwänen aus Porzellan, echtem Schlagrahm und Gesprächen, die sich von Norwegen bis ins Nichts und wieder zurück schlängeln, sitzt man nicht einfach – man lebt. Mit jedem Löffel Sahne ein bisschen lauter, mit jedem Blick in den Garten ein bisschen glücklicher.
Zwischenmoment entdeckt?
Diese Geschichte ist Teil der Serie Das Leben dazwischen – kleine Begegnungen, große Eindrücke.