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Die Übergangsjacke – ein deutsches Kulturgut

Die Übergangsjacke – ein deutsches Kulturgut (und ein Stück Lebensphilosophie)

Nicht ganz Wintermantel, noch nicht Sommerjacke.
Irgendwo dazwischen liegt sie – die Übergangsjacke. Ein Wort, das für Neulinge ebenso präzise wie mysteriös klingt.

Mode mit Augenzwinkern – vielleicht beginnt genau hier die hohe Kunst der Übergangsjacke.

Einleitung mit Innentasche

Über die Übergangsjacke sollte man keine Witze machen. Es heißt, ein Lottospieler aus Hessen habe in ihrer Innentasche einen vergessenen Schein gefunden – Monate später, fünf Richtige.
So viel zum Thema „Übergang“.

Das wahrscheinlich deutscheste Kleidungsstück

Mit den ersten kühlen Tagen gewinnt sie wieder an Bedeutung. Auch meine hängt längst griffbereit – mit dem beruhigenden Gefühl, vorbereitet zu sein auf alles, was Wetter und Leben mir zwischen Spätsommer und Winter entgegenschleudern.
Andere Nationen umschreiben es umständlich: light jacket, mid-season coat. Wir dagegen haben ein einziges, unerschütterliches Wort: Übergangsjacke.
Die Inuit sollen über hundert Begriffe für Schnee haben – die Deutschen dafür über hundert Modelle an Übergangsjacken.

Zwischen Blau und Gewitter: Wenn eine Jacke zur Leinwand wird – und das Leben mittendrin malt.

Das kleine, große Jackensystem

  • Winterjacke: Wenn der Atem Wolken macht.
  • Regenjacke: Wenn der Himmel schlechte Laune hat.
  • Sommerjacke: Eigentlich nur ein Vorwand für Taschen.
  • Übergangsjacke: Für all das Dazwischen – also fürs Leben.

Über- und Untergangsjacke

Meine liebste bleibt die Übergangsjacke. Im Frühling, im Herbst, immer dann, wenn es nicht richtig kalt, aber auch nicht richtig warm ist, ist sie mein verlässlicher Begleiter.
Nur bei Dauerregen, wie er in Schleswig-Holstein zuverlässig einsetzt, hilft selbst sie nicht weiter. Dann greife ich zur Untergangsjacke. Vielleicht ist genau die das wahre Symbol unserer Zeit – für Momente, in denen man denkt, die Welt gehe unter. (Tut sie meistens nicht. Aber eine Kapuze schadet nie.)

Endlich wieder Übergangsjackenzeit

Der Sommer ist vorbei, der Winter noch nicht da – und wir grübeln: Brauche ich jetzt eine Jacke? Oder reicht ein Schal?
Die Antwort lautet: Ja, es ist Übergangsjackenzeit! Hol sie raus, trag sie mit Stolz. Übergangsjacken sind wie wir: immer irgendwie dazwischen, nie ganz festgelegt, stets bereit für den nächsten Wetterumschwung.

Schlussakkord

Vielleicht sollten wir alle eine Übergangsjacke im Herzen tragen: etwas, das wärmt, ohne zu beschweren. Ein Stück Gelassenheit für jene Zwischenräume, in denen das Leben seine Richtung sucht – zwischen Aufbruch und Ankunft.

Zwischen Wind und Wirklichkeit – manchmal trägt uns das Leben selbst ein Stück weiter.

Reisebloggerin 70+, digital & stilvoll – Edith mit iPad und Champagner in der Lounge

Über die Autorin: Edith ist 70+, neugierig auf das Leben und liebt es, zwischen Roadtrips und Familienbesuchen über das große Ganze nachzudenken. Auf ihrem Blog wanderlust-knows-no-age.com erzählt sie mit Stil, Seele und einem Hauch Selbstironie von Momenten, die zählen.

 

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