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Perth und Wave Rock

Ankunft in Perth – das Abenteuer beginnt!

 

Es ist spät in der Nacht, als wir müde und verschwitzt in Perth landen. Nach einer langen Reise und dem üblichen Immigrations-Marathon stehen wir endlich mit unseren Koffern am Ausgang – bereit für den letzten Schritt: der Weg ins Hotel.

Nur: Kein Shuttle weit und breit.

„Na gut, dann eben ein Taxi“, denken wir – noch nichtsahnend, dass unser Fahrer gleich seine ganz persönliche Preislogik präsentieren wird. Mit einem gequälten Lächeln hört er sich unser Ziel an und nuschelt: „70 Dollar.“

„17?“ – fragen wir irritiert.

„Nein, sie-be-n-zig!“ – kommt es trocken zurück. Ein kurzer Blick auf unsere Koffer reicht: Wir haben keine Wahl.

Nach etwas Verhandlungsakrobatik einigen wir uns auf 60 AU$. Das Taxameter? Natürlich ausgeschaltet.

Im Hotel angekommen, erzählen wir dem Mitarbeiter an der Rezeption von unserer nächtlichen Taxiabzocke. Der schüttelt nur den Kopf: „Die Hälfte wäre angemessen gewesen. Und alle Taxis in Perth müssen das Taxameter benutzen.“

Tja, wieder was fürs Erinnerungsbuch.


Nächster Morgen: neue Energie, neues Abenteuer

Ausgeschlafen und gestärkt bringt uns der Hotel-Shuttle zum Flughafen, wo unser Mietwagen auf uns wartet. Die junge Frau am Steuer? Voller Elan – und recht sportlich unterwegs. Beim Einparken kracht der Hinterreifen ordentlich gegen die Bordsteinkante.

Ihre Reaktion? Ein fröhliches Grinsen:

„Hey, ich bin Kanadierin! Ich kann ja nichts dafür, dass ihr hier auf der falschen Seite fahrt!“

Wir lachen – und merken: der australische Roadtrip kann beginnen.


Am Flughafen angekommen, stiegen wir motiviert aus dem Shuttle – bereit für den nächsten Schritt. Doch am Schalter des Mietwagenanbieters erwartete uns… ein Zettel.

„Abholung auf dem Parkplatz.“  Ja, aber welcher? Und wo genau? Keine weiteren Hinweise, keine Menschenseele.

Nach einigem Herumirren entdeckten wir schließlich ein kleines Schild mit dem Logo von Alamo – Jackpot!

Die größte Erleichterung als wir endlich im Auto sitzen?Apple CarPlay lief! Dank E-SIM und Navi waren wir nicht nur mobil, sondern auch orientiert.

Ohne Navi durch Down under? Lieber nicht!

 

Im Auto fühlt sich plötzlich alles verdreht an: Lenkrad rechts, Straße links, und ich suche vergeblich den Gurt auf der falschen Seite. Aber Reinhold? Der tut so, als hätte er sein Leben lang nichts anderes gemacht. Während ich noch innerlich gegen die Verkehrslogik kämpfe, fährt er schon seelenruhig durch Perths Vororte. Na dann: Challenge accepted!


📍 Perth – Hyden – 350 km / Fahrzeit: 4 Stunden


Von Perth nach Hyden – quer durch den Weizengürtel

Unser erstes Ziel nach Perth: ein echtes Naturwunder – der berühmte Wave Rock in Hyden.

Dafür lassen wir die Weite der Stadt hinter uns und machen uns auf den Weg ins Herz des „Wheatbelt“, dem riesigen Weizengürtel Westaustraliens.

Die Strecke? Lang, gerade und… sagen wir mal: meditativ. Links und rechts endlose Felder, so weit das Auge reicht. Wir fragen uns unweigerlich:

Wie zur Hölle wird das hier eigentlich bewässert?

Die Antwort bekommen wir ein paar Tage später – von einem waschechten Farmer im Ruhestand, ganz entspannt beim Kaffee.


Ein Hundefriedhof mitten im Nirgendwo

Kurz vor Corrigin dann der Moment, an dem wir endgültig wissen: Jetzt sind wir im tiefsten Outback.

Am Ortsrand entdecken wir – kein Witz – einen Hundefriedhof. Über 200 Gräber!

Wenn so etwas zum Touristenmagneten wird, ist der Wendepunkt offiziell erreicht.

Die Geschichte dahinter ist rührend: 1974 kam der Lieblingshund eines bekannten Großbauern bei einem Unfall ums Leben. Die Gemeinde beschloss, ihm eine letzte Ruhestätte zu geben – und der Friedhof war geboren. Ob die große Ehre dem Hund oder dem Bauern galt, bleibt offen. Aber eines ist klar: Herz hatte das Ganze.


 

Bunte Kakadus bringen Farbe ins gelbe Weizen-Allerlei

Ankommen in Hyden

Nach etlichen Kilometern durch das Goldene Outback erreichen – und vor allem: finden – wir endlich unsere Unterkunft.

Ein schnuckeliges Cottage, ganz wie beschrieben. Oder… fast?

„Bitte beachten Sie: Wir haben drei Immobilien in derselben Straße. Wenn Ihr Schlüsselkasten-Code nicht funktioniert, sind Sie vielleicht an der falschen Immobilie.“

Na toll. Eine Art Türlotterie mitten im Busch.

Aber – Ende gut, alles gut. Der Code passte, das Cottage war genau unser Ding. Ruhig, gemütlich, herzlich. Hier lässt es sich aushalten.


 

Wave Rock – Naturkunst in Stein gemeißelt

 

Und dann stehen wir davor: der berühmte Wave Rock.

Ein riesiger, geschwungener Granitfelsen, der aussieht wie eine versteinerte Meereswelle.

Entstanden ist er durch einen jahrmillionenlangen Prozess: Wasser, das an der Basis des Felsens versickert, hält das Erdreich dort länger feucht – und startet so die langsame Verwitterung.

Die salzhaltige Feuchtigkeit tut ihr Übriges, während Mineralien und Algen die typische Streifenoptik beisteuern.

Ein Kunstwerk der Natur – geduldig, kraftvoll und spektakulär.

Wie eine Galerie, aber ohne Eintritt. Und mit jeder Menge Wow.

 


Nächster Halt  ➡️ Esperance und die Rache Montezumas

 

2 Antworten auf „Perth und Wave Rock“

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