Ein Ort darüber – Topanga Canyon

Begegnung am Wegesrand. Ein stiller Beobachter in den Santa Monica Mountains – neugierig, gelassen, ganz Topanga.
Eigentlich wollten wir nur gemütlich durch die Santa Monica Mountains fahren.
Doch dann taucht er plötzlich auf – wie aus einer anderen Zeit: Topanga.
Ein verwunschener Ort oberhalb der Welt. In der Sprache der Tongva-Indianer heißt Topanga: „ein Ort darüber“. Und genau so fühlt es sich an.
Topanga ist nicht schön im klassischen Sinn – aber es hat Atmosphäre.
Ungezähmt, eigenwillig, schrullig – hier lebt Kaliforniens alte Boheme weiter:
Menschen mit selbst gestrickten Ideen, Windspiele in den Bäumen, bunte Hippie-Häuser zwischen Eichen und Kakteen.
Früher wohnten hier Dennis Hopper, Neil Young, Uschi Obermaier.
Auch Charles Manson suchte sich ausgerechnet diese Idylle, um seine düstere Geschichte zu beginnen – ein dunkler Schatten über einem ansonsten friedlichen Ort.
Der Canyon selbst ist spektakulär.
Steile Hänge, Fossilien im Sandstein, ein Freilichttheater mitten im Wald, Bio-Cafés mit Räucherstäbchen.
Oben windet sich eine enge Straße an Felswänden vorbei – und zwischendurch öffnet sich immer wieder der Blick auf das Meer.
Wir fahren langsam. Die Zeit scheint es auch zu tun.
Topanga ist kein Ort zum Durchrauschen – sondern einer zum Staunen, Verweilen, Weiterdenken.
Vielleicht liegt die Magie tatsächlich „darüber“ – irgendwo zwischen den Bäumen, Geschichten und Geistern.
In Topanga sammelt sich nicht nur Licht in den Bäumen, sondern auch Geschichten: bemalt, bestickt, beklebt – und manchmal ein bisschen verrückt.
Zwischen Totenkopf mit Sonnenhut, Schrumpfköpfen auf dem Dach und Waschbärmützen im Souvenirformat – man könnte meinen, Topanga nimmt sich selbst nicht allzu ernst. Zum Glück.
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