Abschied von Bodie – Auf dem Weg nach Reno
Nach all dem Geisterhaften verlassen wir Bodie erschöpft, aber voller unvergesslicher Erinnerungen. Vor uns liegen 200 Kilometer bis nach Reno, Nevada, wo wir unser Nachtlager reserviert haben. Die Abenteuer und Geschichten des Goldrausches werden uns noch lange begleiten.
Reno – Glücksspiel, Glitzer & große Betten
Eine Nacht verbringen wir im Grand Sierra Resort and Casino-Hotel in der „größten kleinsten Stadt der Welt“, wie sich Reno selbst nennt.
In der Lobby das typische Bild eines Casino-Hotels: klimpernde, blinkende Spielautomaten, vor denen ganze Familien sitzen – alle in der Hoffnung auf den großen Gewinn.
Uns ist heute allerdings nicht mehr nach Unterhaltung zumute. Wir sind müde, erschöpft und sehnen uns nur nach Ruhe.
Im angenehm klimatisierten Zimmer wartet ein California Kingsize Bett auf uns – eine Einladung zu süßen Träumen und erholsamem Schlaf.
Auf nach Klamath Falls – Naturkino entlang der Straße
Am nächsten Tag geht es weiter in Richtung Klamath Falls – rund 343 Kilometer liegen vor uns.
Die Landschaft ist ein visuelles Erlebnis: endloser Horizont, Licht- und Schattenspiele, wechselnde Vegetation. Das satte Grün der Wälder verdrängt langsam die karge Wüstenlandschaft – ein Vorgeschmack auf das, was uns erwartet.

Willkommen im Paradies – Running Y Resort
Am Nachmittag erreichen wir unser Ziel. Die Hotelbroschüre des Running Y Resort verspricht:
„Inspiriert von der Natur, gebadet im Schein von dreihundert Sonnentagen.“
Und tatsächlich: Die Lage am Fuße der Cascade Mountains ist atemberaubend. Umgeben von unberührter Natur fühlen wir uns wie im Paradies.

Ein Abend, ein Bier – und ein Alarm
Wir beschließen, den Tag mit einem gemütlichen Abendessen im Ruddy Duck Hotel-Restaurant ausklingen zu lassen.
Der erste Schluck Bier zischt angenehm die Kehle hinunter – da unterbricht ein ohrenbetäubender Alarm die Ruhe.
Zuerst wirkt alles harmlos – Gäste und Personal reagieren mit skeptischer Gelassenheit. Doch dann fordert uns der Hotelmanager auf, das Gebäude zügig zu verlassen. Na ja, „geordnet“ ist relativ.
Reinhold denkt pragmatisch: Er nimmt noch schnell ein Stück Fish and Chips mit nach draußen. Man weiß ja nie.
Nach zwanzig Minuten kehren wir zurück – Fehlalarm – das Bier ist warm, das Essen kalt.
Die Bedienung fand die Aktion lustig wir eher weniger, beim Essen hört der Spaß auf. Immerhin: ein kleiner Rabatt entschädigt.

Highway – und kein Ende in Sicht
Highway bedeutet auch: Schilder ohne Ende. Oft mit einer Prise schwarzem Humor.
In den USA gibt es ca. 6,63 Millionen Kilometer Straßen – bei etwa zehn Schildern pro Kilometer kommt man auf über 40 Millionen Verkehrsschilder.
Kein Wunder also, dass wir ständig Neues zum Staunen, Schmunzeln oder Kopfschütteln entdecken.
Crater Lake, Oregon –
Ein blauer Edelstein
Oregons schimmernder Schatz liegt wie ein Geheimnis im Krater: Crater Lake – ein See von solcher Klarheit und Tiefe, dass uns der Atem stockt.
Oben am Kraterrand stehend, fühlen wir uns wie David Livingstone, als er zum ersten Mal die Victoriafälle sah:
„Das ist das Schönste, das ich je gesehen habe.“

Der See liegt in der Cascade Mountain Range und entstand vor etwa 7700 Jahren nach dem Ausbruch des Mount Mazama.
Regen und Schmelzwasser füllten das Becken, das heute zu den klarsten Gewässern der Welt zählt – mit Sichttiefen bis zu 37 Metern.
Die Ureinwohner waren die ersten, die seine Schönheit erlebten. Später wurde er mehrfach entdeckt – und 1869 schließlich offiziell benannt: Crater Lake.
Besonders faszinierend: Der „Old Man of the Lake“, ein uralter Baumstamm, der seit über 100 Jahren senkrecht im Wasser treibt.
Dazu ragen zwei Inseln aus dem See – das „Phantom Ship“ und der Schlackenkegel Wizard Island.
Der Crater Lake: Glitzernd, geheimnisvoll, gewaltig.
Ein Wunder der Natur.



Beeindruckend? Atemberaubend? Umwerfend? Unglaublich? Unerwartet? Dieser See ist all das und noch mehr – ein weiteres Wunder der Natur.