Kategorien
Blog

Cheektowaga oder Platz des Wildapfelbaumes

Cheektowaga – Cheesecake, Burger & ein kleines Missverständnis

 

Wir übernachten in Cheektowaga – einem Ort, dessen Name sich anhört wie ein Zungenbrecher im Halbtraum. Der Name stammt aus der Sprache der Erie-Seneca-Indianer: Ji-ik-do-wah-gah, was so viel bedeutet wie „Platz des Wildapfelbaumes“. Klingt poetisch, oder?


Ich habe schon lange nicht mehr übers Essen geschrieben. Aber diesmal muss es einfach sein.

Ein Gedicht aus Käse und Kuchen

In einer fast menschenleeren Mall fanden wir eine Cheesecake Factory – und dort aßen wir so gut, dass ich es nicht unerwähnt lassen kann. Riesige Auswahl, freundlicher Service, wunderbares Essen. Und der Cheesecake zum Schluss? Ein Gedicht. Cremig, mächtig, aber trotzdem irgendwie genau richtig.

Die süße Versuchung in Reih und Glied – eine Entscheidungskrise in 24 Sorten.
Ein kleines Kunstwerk – und eine große Portion Glück.

Und das war sie – meine Wahl. Fruchtig, cremig, süß. Die Himbeerschicht ein Gedicht, der Rest einfach Glück zum Löffeln. Natürlich gab’s auch noch Sahne. Weil: Wenn schon, denn schon.


Fast Food & Fast Talk

Wie schon auf unserem ersten Roadtrip war das Essen auch auf dieser langen Reise nicht immer ein Genuss. Schnellstraßen, Tankstellen, Zeitdruck – kulinarische Offenbarungen sind da eher selten. Aber hin und wieder hatten wir Glück. Vor allem in den vielen kleinen Breweries entlang der Route: Hausbrauereien mit Küche, oft überraschend kreativ und durchweg solide – besonders, wenn es um Burger geht. Frisch, ungewöhnlich, üppig – jede Variante ein kleines Abenteuer.

Einmal landeten wir in einer Brauerei, ich glaube, es war in Oklahoma City, direkt neben dem Westgate Marketplace. Vor der Sports Bar parkten fast ausschließlich Pick-ups – wir zögerten kurz, wagten uns aber trotzdem hinein. Die Kellnerinnen trugen Uniformen, irgendwo zwischen Sportdress und Hooters-Light-Version.

Unsere hieß Alaia.

„I’m new, but I know what I’m doing“, sagte sie zur Begrüßung. Wir nickten höflich. Mmh – na dann.


Klassiker am Straßenrand

Insgesamt haben wir auf der ganzen Strecke genau zweimal bei McDonald’s gestoppt. Reinhold bestellte wie immer Chicken McNuggets und einen Cheeseburger. Ich wagte mich an ein sogenanntes Schnitzel-Sandwich: frittiertes Schnitzel auf einem trockenen Brötchen, belegt mit exakt fünf Salz-Dill-Gurken. Wir aßen im Auto auf dem Parkplatz – schnell, unkompliziert, okay-ish.


Gans oder Guns

Kurz darauf zeigte Reinhold plötzlich auf ein Gebäude.

„Schau mal, da gibt’s Gans!“, sagte er.

Ich runzelte die Stirn. Gans? Seit wann servieren die hier Gänsebraten?

„Denkst du schon wieder ans Essen?“,  fragte ich.

Er sah mich an, leicht irritiert.

„Ich hab Guns gesagt“, erklärte er. „Das sind die Dinger zum Schießen.“

Wieder was gelernt. Aussprache ist manchmal wirklich alles.

Fazit? Mehr als Cheesecake


Manchmal sind es die kleinen Zwischenstopps, die am meisten hängen bleiben. Cheektowaga wird uns nicht nur wegen des mächtigen Desserts, sondern auch wegen Alaia, Pick-ups, Gürkchen und Gänse-Schusswaffen in Erinnerung bleiben. Und das ist doch das Schönste am Reisen: Wenn aus einem Cheesecake ein Kapitel wird.

 

Nächstes Ziel ➡️ Vermont

 

Eine Antwort auf „Cheektowaga oder Platz des Wildapfelbaumes“

Die Kommentare sind geschlossen.

Entdecke mehr von Wanderlust-knows-no-age

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen