Marrakesch – Farben, Düfte und ein bisschen Magie
Eine Reise nach Marrakesch – voller Farben, Düfte und kleiner Überraschungen. Drei Tage, in denen wir uns zwischen Basaren, Gärten und magischen Begegnungen verlieren durften. Dieses Mal nicht zu zweit – aber garantiert genauso unvergesslich.

Wir reisen viel – und wenn wir reisen, dann immer zu zweit. Fast immer.
Unsere Reise nach Marrakesch sollte eine dieser seltenen Ausnahmen werden.
Ein spontaner Begeisterungsausbruch unserer Freundin Klara – verbunden mit dem Satz: „Da wollte ich schon immer mal hin!“ – führte dazu, dass wir kurzerhand eine Reise zu dritt planten. Während Klara sich um die Unterbringung ihrer zahllosen adoptierten Hunde kümmerte und ihrer erwachsenen Tochter eine Litanei an Instruktionen mit auf den Weg gab, organisierte Reinhold gewohnt souverän Flüge und Hotels.
Natürlich nicht, ohne dass zwischendurch gefühlte hundert Absprachen nötig waren – eine Dreier-Koalition auf Reisen erfordert eben etwas mehr Diplomatie als eine klassische Paar-Reise.
Am 10. Oktober war es endlich so weit: Zu dritt im Auto, auf zum Hamburger Flughafen, einchecken, die übliche Prozedur – und dann mit Austrian Airlines via Wien ab nach Marrakesch.
Warum Marrakesch?
Es ist ja fast peinlich: Über 60 Länder haben wir bereits bereist – und trotzdem hatten wir es nie bis nach Marrakesch geschafft.
Bis jetzt.
Warum Marrakesch? Weil Marrakesch ein Versprechen ist: 1001 Nacht, orientalisches Flair, Basare in allen Farben, der Duft von Gewürzen, Abenteuer in der Luft.
Und wir waren bereit, dieses Versprechen einzulösen.
Kaum gelandet, bringt uns ein Taxi durch das herrlich-chaotische Verkehrsgewusel der Stadt – ein erster Vorgeschmack auf die nächsten Tage.

Unsere Unterkunft: Riad Dar Darma
Im Herzen der Medina finden wir unser Refugium: Das Riad Dar Darma.
Ein historisches Stadthaus aus dem 17. Jahrhundert, von lokalen Handwerkern behutsam renoviert – ein Ort, an dem die Zeit langsamer fließt und die Welt draußen bleibt.
Tradition trifft auf kunstvolle Details, Ruhe auf orientalische Magie. Selbst Marrakesch schafft es hier nicht, seinen Lärm mit hinein zu tragen.
Ein Hauch von Ewigkeit – stille Wasser, schwere Tonvasen und das Flüstern vergangener Jahrhunderte.
Die Rote Stadt
Marrakesch trägt nicht ohne Grund den Beinamen Rote Stadt.
Die Mauern und Häuser der Altstadt, aus roter Erde erbaut, leuchten besonders eindrucksvoll im Licht der Abendsonne.

Djemaa el-Fna
Der berühmte Marktplatz Djemaa el-Fna ist ein Theater unter freiem Himmel: Schlangenbeschwörer, Gaukler, Musiker – ein faszinierendes Chaos.


Aber Vorsicht: Wer zu lange stehen bleibt, hat schneller als gedacht eine Schlange um den Hals.
Arme Klara – ihr entsetzter Blick beim Anblick der Schlangen war unbezahlbar.
Die Souks
Ein absolutes Muss: ein Spaziergang durch die engen Gassen der Souks.
Ein sinnliches Labyrinth voller Farben, Düfte und Stimmen – exotisch, lebendig, ein bisschen wie eine Zeitreise.
Feilschen gehört natürlich dazu. Reinhold geht voll darin auf, taucht ein in die fremde Welt. Ich kenne das schon von vielen anderen Reisen und hab mich dran gewöhnt.
Klara hingegen wählt eine andere Taktik: Kopf einziehen, Tunnelblick, Spurt!
Wir hinterher, denn eines ist sicher – allein findet sie nie wieder zurück ins Riad.
Jardin Majorelle – ein Farbtupfer in der Wüste
Der von Yves Saint Laurent und Pierre Bergé restaurierte Jardin Majorelle ist heute eine Ikone Marrakeschs.

Ursprünglich vom französischen Maler Jacques Majorelle in den 1920er Jahren angelegt, verzaubert dieser botanische Garten mit über 300 Pflanzenarten und dem berühmten leuchtenden Blau.
Zwar ist der Zauber heute bei 900.000 Besuchern im Jahr etwas getrübt, doch die stilvolle Atmosphäre bleibt erhalten.
Ein Spaziergang durch die üppigen Alleen, vorbei am Art-déco-Atelier und dem feinen Berber-Museum, bleibt ein Erlebnis – ebenso wie ein entspannter Kaffee im hübschen Innenhof.
Kulinarische Auszeiten
Zum Abendessen zieht es uns ins nahegelegene Café Restaurant Dar L’hssira.
Eine kleine, feine Karte mit marokkanischen Klassikern: Tajine, Couscous, Zaalouk, Pastilla – und natürlich Tangia, der Eintopf Marrakeschs.
Ein köstlicher Abschluss für aufregende Tage.

Anima – André Hellers Garten Eden
Botanischer Garten? Kunstpark? Traumlandschaft?
Anima ist all das – und noch viel mehr.
Nur 30 Kilometer von Marrakesch entfernt, schuf der österreichische Universalkünstler André Heller auf 8,5 Hektar ein lebendiges, immergrünes Kunstwerk.

Üppige Pflanzen, verspielte Skulpturen und der Blick auf das Atlasgebirge machen Anima zu einem sinnlichen Erlebnis.
Ein Ort, an dem die Natur lacht – und wir mit ihr.
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Ein Augenblick voller Zauber
Eine Begegnung wie aus 1001 Nacht.
Müde und glücklich sitzen wir im Café des Zaubergartens, noch ganz benommen von der Farbenpracht und der stillen Magie von ANIMA.
Reinhold liest uns gerade aus dem Begleitbuch vor, als plötzlich – fast wie in einem Traum – ein schmaler, grauhaariger Herr vor unserem Tisch auftaucht: André Heller persönlich.
Ein kurzer Augenblick nur, aber voll warmer Freundlichkeit:
Er spricht mit uns, signiert unsere frisch gekauften Bücher – und verabschiedet sich schließlich mit einem leisen, schützenden Wunsch:
„Gott schütze euch.“
Wie ein flüchtiger Zauber verweht er in der Nachmittagssonne – und wir bleiben zurück, verzaubert, sprachlos und ein kleines bisschen glücklicher als zuvor.
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Marrakesch – Wo Düfte, Farben und Träume verweilen
Drei Tage, die sich anfühlten wie ein Traum aus Farben, Gerüchen und Begegnungen.
Marrakesch war ein Märchen aus 1001 Nacht – aber beim nächsten Kapitel schreiben wir wieder zu zweit. Ganz ohne Fluchtversuche durch die Marrakesch Souks.
