Zwischen Ätna und Aperitivo – unsere Reise durch Sizilien, Malta & Pompeji
Hamburg – Catania: Der Start mit Verspätung und Yogurette
Eigentlich sollte unser Flug um 11:40 Uhr starten. Doch schon unterwegs zum Flughafen erreicht uns die Mail von Eurowings: Flugplanänderung!
Abflug jetzt erst um 14:50 Uhr.
Fliegen ist auch nicht mehr das, was es mal war…
Wir verbringen die Wartezeit im Mövenpick – und unsere Verzehrliste wächst stetig: 2 Cappuccino, Wasser, Cola, Käse- und Schinkenbrötchen, Mohnkuchen…
Auch die Yogurette-Riegel, eigentlich für den kleinen Hunger auf Sizilien gedacht, überleben die Wartezeit nicht. Aber wie ich Reinhold kenne, lagert im Rucksack noch Reserve.
Nachtfahrt nach Pozzallo – und ein LKW zu viel
Es ist spät, als wir in Catania endlich unseren Leihwagen übernehmen.
Vor uns: 115 Kilometer in dunkler, nieseliger Nacht – schlechte Sicht, schmale Straßen.
Und dann dieser LKW, der uns auf einem langen Baustellenabschnitt viel zu dicht auffährt…
Man fragt sich unweigerlich: „Was machen wir hier eigentlich?“
Im kleinen, familiengeführten Hotel Danieli in Pozzallo wird schon auf uns gewartet. Wir bleiben eine Nacht.
Ein Abstecher nach Malta – zwischen Seekrankheit & Staunen
Von Pozzallo geht’s mit der Fähre nach Valletta. Zwei Stunden Überfahrt – lang genug für mich, um seekrank zu werden.
Die Tablette hilft, macht aber müde. Ich verschlafe die halbe Strecke mit dem Kopf auf dem Tisch.
Wir übernachten im Palazzo Paolina Boutique Hotel, frühstücken am nächsten Morgen in den alten Katakomben des Hauses – urig und besonders.
Dann erkunden wir Valletta: Festungsmauern, geradlinige Gassen, goldgelber Stein. Viel Geschichte, viel Würde – und ein echter Caravaggio in der Kathedrale.
Wir laufen, staunen, ruhen aus bei Aperol auf einem kleinen Platz.
Impressionen aus Valletta
Gassen mit Meerblick, stille Plätze mit Kunst – und überall Geschichte, die aus jedem Stein zu sprechen scheint.
Und am nächsten Morgen: zurück nach Sizilien.
Zurück aus Malta – vertraut, entspannt und ziemlich lebendig
Wir kommen zurück aus Valletta – mit leichtem Gepäck, denn den Rest – samt Leihwagen – hatten wir im Hotel Danieli gelassen.
Noch eine Nacht hier, jetzt bereits vertraut.
Diesmal ohne Hektik: ein gemütliches Frühstück in der Morgensonne, ein kurzer Plausch mit zwei reiselustigen 90-jährigen Australierinnen – und das schöne Gefühl, einen Ort beim zweiten Mal schon ein kleines bisschen zu kennen.
Valletta war eindrucksvoll – aber irgendwie blieb das Herz ein Stück weit auf Sizilien.
Gut, wieder da zu sein.
Und während die Ladies von Down Under in ihren Reisebus Richtung Rom steigen, starten wir in unsere nächste Etappe:
400 Kilometer weiter südlich – über Tropea nach Salerno.
Abenteuer Airbnb – zwischen Plastikblumen und Traumkulisse
Salerno. Eine eher unbekannte Hafenstadt – und genau das macht sie spannend.
Im April: kaum Touristen, dafür viel echtes Italien.
Wir wohnen bei Manuela, hoch über der Stadt. Erreichbar nur über eine staubige Piste durch einen alten Steinbruch. Treffpunkt: Esso-Tankstelle. Manuela fährt voraus – und wir folgen durch eine dicke Staubwolke.
Die Unterkunft ist… sagen wir mal: dekorativ. Plastikblumen in Vasen, chinesische Fächer, ein Kamin im Schrankumbau – ein Stil zwischen Kitsch und Kultur.
Aber: Der Blick über Salerno ist atemberaubend.

Salerno von oben – die Aussicht von unserer Airbnb-Terrasse. Zwischen Olivenbäumen, steilem Hang und azurblauem Meer: ein Italienbild wie gemalt.
Die Altstadt? Authentisch, charmant, italienisch.
Wir essen fangfrischen Fisch in einer kleinen Trattoria. Kein Schnickschnack – einfach wunderbar.
Wir bleiben zwei Nächte in Salerno – nicht ganz zufällig.
Die Altstadt von Salerno – bunte Häuser direkt am Meer. Fischerboote am Kiesstrand und der Charme eines unaufgeregten italienischen Nachmittags.
Denn von hier ist es nur ein kleiner Hupfer nach Pompeji.
Und genau das ist unser nächstes großes Ziel.

➡️ Zu unserem Pompeji-Beitrag:
Pompeji. Als der Himmel Feuer spuckte
Zurück auf Sizilien – Cefalù, Caprese & ein Leuchtturm
Zurück auf der Insel. Unser erstes Ziel: Cefalù.
Dort haben wir uns mit Gerd und Karin verabredet – sie gönnen sich hier zwei Wochen Auszeit vom Norden Deutschlands.
Ein harmonischer Abend zu viert in einer urigen Trattoria. Es wird viel erzählt, viel gelacht. Ein richtig schönes Wiedersehen.
Begegnungen, Orte, Momente. Von steinernen Häusern über sattes Grün bis zum Lachen mit Freunden – kleine Szenen, die bleiben.
Am nächsten Morgen: kurzer Stopp in Enna – hoch oben, fast in den Wolken.
Tipp: Enna ist die höchstgelegene Provinzhauptstadt Siziliens – mit weiten Ausblicken und einem imposanten Castello.
Dann weiter an die Ostküste nach Acireale – ein kleines, fast verschlafenes Küstenkaff zwischen Taormina und Catania.
Unser Airbnb: ein Leuchtturm!

Unser Leuchtturm-Airbnb in Acireale – mit Blick aufs Ionische Meer. Eine Oase über den Dächern, wo Bougainvillea blüht und die Zeit stillsteht.
Dachterrasse mit Meerblick, enge Wendeltreppe – nichts für Leute mit Pasta im Bauch. Zum Glück: unsere Hauptnahrung besteht fast ausschließlich aus Caprese, Weißwein und Limoncello.
Carlo, der VW-Käfer und das große Missverstehen
Unser Gastgeber Carlo – höflich, irgendwo zwischen 75 und 85 – serviert uns am Nachmittag Limoncello auf der Terrasse.
Er hat 40 Jahre bei Siemens in Mailand gearbeitet. Und er ist stolzer Besitzer eines perfekt gepflegten VW Käfers, der sonntags gemeinsam mit seinem besten Freund poliert, gestreichelt und vermutlich auch liebevoll verklebt wird.
Wir verstehen uns… so gut wie möglich. Carlo spricht kein Deutsch, kein Englisch – wir kaum Italienisch. Und doch funktioniert‘s irgendwie.
Herzlich und heiter.
Taormina – für einen Tag.
➡️ Zu unserem Taormina-Beitrag:
Taormina. Ein Tag im Glanz der Antike
Ätna zum Finale – und was für ein Finale!

Der Ätna, wolkenfrei – ein dramatisches Finale. Schwarze Lava, weiße Gipfel und ein Himmel, der leuchtet.
Eigentlich sollte Taormina unser letzter Besichtigungs-Stopp sein. Doch dann meinte Reinhold: „Eigentlich könnten wir noch zum Ätna – ist ja nur um die Ecke!“
Gesagt, getan – und endlich zeigt sich der Vulkan wolkenfrei. Früh los, 2 Grad oben, 17 Kilometer Serpentinen – aber die Kulisse ist unfassbar:
Schwarze Lavafelder, Blick auf den Krater, auf der anderen Seite das dunstige Meer. Wir verzichten auf Seilbahn und Bus – ein Nebenkrater reicht. Und wie.

Ein Moment wie aus der Zeit gefallen – ein Hirte mit Ziege auf schwarzer Lava.
Schwarze Lava, Schneegipfel, Kraterblicke und karge Weite – unsere Ätna-Galerie zeigt die raue Schönheit dieses einzigartigen Vulkans.
Fazit: Italienisches Chaos & La Dolce Vita
Heute ist unser letzter Tag auf Sizilien.
Alles hat – erstaunlich – gut geklappt. Meistens. Unser Navi hat uns manchmal kreativ umgeleitet – aber wir sind immer angekommen.
Vielleicht auch, weil Reinhold jeden Abend höchstpersönlich ans Werk ging: Papier, Kugelschreiber, Coke Zero – und fertig war die Route für morgen.
Kein Vertrauen in Google Maps, dafür ein feines Gespür für Abzweigungen, Höhenmeter und spontane Parkbuchten. Manchmal ein bisschen schief, nie ganz maßstabsgetreu – aber immer mit Herz gezeichnet.

Unsere Geduld mit italienischen Autofahrer:innen? Endlichkeitsnah. Blinker? Überbewertet. Vorfahrt? Optional. Stoßstangen? Gern geklebt.
Aber genau das ist es, was uns am Reisen fasziniert. Das Chaos, die Umwege – und das, was bleibt.
Denn: Reisen bildet. Irgendwie. Immer.

Über die Autorin: Edith ist 70+, neugierig auf das Leben und liebt es, zwischen Roadtrips und Familienbesuchen über das große Ganze nachzudenken. Auf ihrem Blog wanderlust-knows-no-age.com erzählt sie mit Stil, Seele und einem Hauch Selbstironie von Momenten, die zählen.
2 Antworten auf „Zwischen Ätna und Aperitivo. Unsere Reise durch Sizilien, Malta und Pompeji“
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